Mediendidaktik

Mit technologiebasierten Lernszenarien sind hohe Erwartungen verbunden. Es ist allerdings wichtig festzuhalten, dass digitale Medien und neue Technologien keineswegs von sich aus zu tiefgreifenden Veränderungen und neuen Qualitäten in der Bildung führen, sondern deren tatsächlichen Vorteile erst im Rahmen einer sinnvollen didaktischen Konzeption zum Tragen kommen. Werden die Ansprüche an die didaktische Gestaltung von eLearning ernst genommen, ergeben sich weitreichende Potentiale.

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Grundsätzlich gilt für die Entwicklung von technologiegestützten Lehrveranstaltungen die gleiche Regel wie auch für den konventionellen Unterricht: Es gibt keine alleinig „richtige“ Methode, es handelt sich vielmehr um einen komplexen Prozess, der Variablen, wie Zielgruppen, Lerninhalte und –ziele sowie Rahmenbedingungen (Kosten, Ressourcen, Erwartungen, etc.) zu berücksichtigen hat. Auf dem Weg zur technologiegestützten Lehrveranstaltung ist die Ausgestaltung der Mediendidaktik entscheidender als die Wahl der „besten Methode“.

Folgende Überlegungen sind Bestandteil einer gestaltungsorientierten Mediendidaktik (de Witt & Kerres, 2002):

  • Benennung der Bildungsproblems bzw. des Bildungsanliegens
  • Merkmale der Zielgruppe
  • Spezifikation von Lehrinhalten und-zielen
  • Didaktische Aufbereitung der Lernangebote
  • Spezifikation der Lernorganisation
  • Funktion der gewählten Medien und Hilfsmittel

Aktivierung und Motivation

Zu den grundlegenden Erkenntnissen der Lernpsychologie zählt, dass ein Lernerfolg ganz wesentlich davon abhängt, ob die Aktivierung bestimmter Lernprozesse gelingt. Das Augenmerk muss deshalb immer auch auf den Bedürfnissen und Motiven der Nutzenden liegen.

Damit Lernprozesse überhaupt stattfinden können, muss also ein bestimmtes Ausmaß an Motivation gegeben sein. Dieses Ausmaß kann sowohl durch den Lehrenden, als auch durch die (digitale) Lernumgebung beeinflusst werden.

Was ist beim Lernen mit digitalen Medien generell motivierend? Wie sollen eLearning Angebote gestaltet sein, um eine hohe Motivation der Teilnehmenden zu erzielen?

Die Beachtung der Grundfaktoren Interesse, Erwartung, Zufriedenheit und Relevanz des Gelernten ist ein wichtiger Schritt hin zu einer motivierenden technologiegestützten Lehrveranstaltung (John M. Keller, 1987).  Nicht nur hinsichtlich einer optimalen Lernwirksamkeit, sondern auch für die Anregung und Aufrechterhaltung der Motivation ist es zudem höchst relevant, dass digitale Lernumgebungen benutzerfreundlich sind und sich an die Lernenden anpassen bzw. an die Lernenden anpassbar sind. Als motivationsfördernd gelten zudem folgenden Elemente (Weinberger & Fischer, 2004):

  • Möglichkeiten der aktiven Teilnahme, Interaktions- und Kooperationsmöglichkeiten (z. B. durch Gruppenarbeit)
  • Spaß am Umgang mit möglichst abwechslungsreichem Lernmaterial
  • Wahlmöglichkeiten von Lernmethoden innerhalb des Lernsystems
  • Möglichkeiten zur sozialen Interaktion
  • positiv formuliertes Richtmaß für Lernerfolg, Herausforderung durch Lernstoff
  • Fehlertoleranz und Verzicht auf demotivierende Bestrafung
  • begleitende Rückmeldungen, Feedback, Lernerfolgskontrolle, Anerkennung des Lernfortschritts durch die Lehrenden (Vath, Hasselhorn, & Lüer, 2001).